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Bürgerbeteiligung gestartet – Nachnutzung der Paschinger Bahntrasse jedoch noch mit vielen Fragezeichen versehen

Pasching (pö). Am Dienstagabend fand im Sitzungssaal des Paschinger Rathauses die Kick-off-Veranstaltung zur Bürgerbeteiligung betreffend Gestaltung der durch die Bahnverschwenkung freiwerdenden Flächen statt. Gut 45 Bürger – darunter neben der ÖVP-Spitze auch Infrastrukturreferent Michael Balazs (SPÖ), Junge-Liste-Chef Marco Haderer, Grünen-Sprecher Klaus Gutschireiter, Fritz Böhm und der freie Gemeinderat Alois Pölzl – waren gekommen, um den Vorträgen von Bürgermeister Markus Hofko sowie den mit der Materie beauftragten Unternehmen Raumposition und cima zu lauschen, Fragen zu stellen sowie Meinungen kundzutun.

An der rechten Flanke des Sitzungszimmers wurde der aktuelle Trassenverlauf anhand von Karten nachgestellt, die Bürger durften darunter Kärtchen anbringen, mit welchen sie konkrete Fragestellungen, wie etwa „Was stört Sie an der aktuellen Trasse?“ oder „Was wünschen Sie sich für den freiwerdenden Raum?“ beantworten konnten.

Beträchtlicher Zeithorizont für Umsetzungen, Rad-Highway könnte Planungen einengen

Bürgermeister Hofko betonte immer wieder den Zeithorizont der diesbezüglichen Gestaltung, sprach immer wieder von zehn bis zwölf Jahren, die vergehen würden, bis etwas passiere. Das erste Treffen solle dazu da sein, frei Ideen zu sammeln. Man wolle dabei ausloten, was den Bürgern wichtig sei bzw. welche Zwänge es gebe.

Der von der Gemeinde Pasching immer wieder herangezogene Raumordnungsexperte DI Gerhard Lueger sprach von einer 100-prozentigen Steuerungsmöglichkeit der Gemeinde, es sickerten aber bereits übergeordnete Pläne durch, wie etwa ein Rad-Highway, der mit dem ebenso entstehenden LILO-Rad-Highway verbunden werden soll. Der im Publikum anwesende Alt-Bürgermeister Peter Mair meldete sich daraufhin zu Wort und stellte in den Raum, dass, wenn ein Rad-Highway bereits gesetzt sei, nicht mehr viel Spielraum verbleiben würde.

Schwerpunkte vorgestellt

Die mit der Steuerung beauftragten Firmen stellten ihre Schwerpunkte grob vor, unterteilt wurde deren Vorbringen in vier Teile. So gehe es in Punkt 1) darum, Verbindungen zu sichern (etwa Übergänge Mitterweg, Jeztingerstraße oder Kürnbergstraße), der präsentierte Punkt 2) wurde als „Regionale Hauptradroute“ bezeichnet, Punkt 3) zielte auf eine Erweiterung des Freiflächenangebots für den Kindergarten ab, Punkt 4) auf die Grundeigentümer, hier geht es um einen Ausgleich von Freiflächenverlusten, konkret um die Schaffung von Agrarflächen.

Nachnutzung auch eine Frage der Leistbarkeit

Ein interessantes Detail sprach gegen Ende der Veranstaltung Bürgermeister Hofko im Zuge der Beantwortung einer Bürgerfrage, die auf die faktischen, weil finanziellen, Grenzen der Gemeinde bei der Gestaltung abzielte, an. So würde von einem Sachverständigen in einem weiteren Verfahren selbstverständlich ein Preis festgelegt, der wiederum die Frage aufwirft, ob die Gemeinde zu einem Zeitpunkt x über das notwendige Geld verfügt, die Flächen auch tatsächlich zu kaufen. Hofko führte ins Treffen, dass er gehört habe, dass die ÖBB bei Enteignungen 49 Euro pro Quadratmeter für den landwirtschaftlichen Grund zahlen würden. Hochgerechnet auf sechs Hektar ist das natürlich ein spannender Preis. Ob man es sich leisten könne, das alles zu bespielen, werde sicher noch ein Thema werden.

Zusammengefasst kann festgehalten werden, dass sich die Gemeinde aufgrund ihrer Flächenwidmungskompetenz zwar (gestaltungs-)rechtlich in einer guten Position befindet, die Flächen jedoch aufgrund ihres finanziellen Wertes erst erworben werden müssen. Ohne Zweifel: Die Frage der Nachnutzung der durch die Verschwenkung freiwerdenden Flächen wird die Gemeinde Pasching noch sehr lange beschäftigen.

Foto: Paschinger Anzeiger

Peter Öfferlbauer

Peter Öfferlbauer ist Herausgeber und Redakteur der regionalen Print- und Online-Zeitung "Paschinger Anzeiger".

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